Sportwettensteuer in Deutschland: Was „steuerfrei“ bei einem Wettanbieter tatsächlich heißt
Steuern zahlen andere. Das ist im deutschen Sportwettenmarkt keine Redewendung, sondern der Wortlaut des Gesetzes — und genau daraus entsteht ein Geschäft mit einem Versprechen, das weniger wert ist, als es klingt. Wer die Sportwettensteuer schuldet, steht in den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Es ist der Veranstalter der Wette. Nicht der Mensch, der den Wettschein ausfüllt.

Damit ist die erste Frage der meisten Sucher schon beantwortet, bevor sie auf der Seite eines Buchmachers landet. „Steuerfrei“ beim Wetten heißt nicht, dass eine Steuer nicht anfällt. Es heißt, dass sie nicht beim Spieler abgezogen wird, sondern beim Anbieter hängen bleibt. Ob er sie aus eigener Tasche zahlt oder sie über die Quote, den Einsatz oder den Gewinn zurückholt, entscheidet allein seine eigene AGB. Und damit zerfällt ein Markt, der nach außen gleich aussieht, in mehrere Wege mit sehr unterschiedlichen Kosten — für den einen Spieler passt der eine, für einen anderen der andere.
Genau das ist der Gegenstand dieser Seite: welche Wege es gibt, was sie kosten und für wen sie taugen.
Erhoben wird die Steuer seit dem 1. Juli 2012. Geprüft am 30. Oktober 2026 gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026 sowie gegen die veröffentlichten Wettregeln, AGB und Zahlungsübersichten der genannten Anbieter.
Der Blick hinter das Wort „steuerfrei“
Ein Steuersatz lässt sich nicht wegzaubern. Er verschwindet nur aus dem Blickfeld. Die Sportwettensteuer liegt bei 5,3 % einer Bemessungsgrundlage, die das Gesetz selbst definiert: dem Einsatz, so wie er nach Abzug der Steuer übrig bleibt. Umgerechnet heißt das, dass der Betrag, den der Kunde tatsächlich einzahlt, mit rund 5,03 % belastet ist. Diese Zahl ist keine Marginalie. Sie sitzt in jedem Wettschein, ob der Anbieter davon spricht oder nicht.

Zahlen muss sie der Veranstalter. Der steuerpflichtige Spieler ist in diesem Konstrukt eine Randfigur. Deshalb ist die Formulierung, die die Branche verwendet, formal korrekt und trotzdem irreführend: Der Spieler ist von der Steuer nicht befreit, die Steuerschuld liegt nur nicht bei ihm. Ökonomisch landet die Last trotzdem bei ihm, sobald der Anbieter die 5,3 % in die Quotenstellung einpreist. Quoten werden in der Regel für ein Ganzes gebaut, mit einer Marge für den Anbieter. Wenn zusätzlich eine Steuer zu tragen ist, wird die Quote eine Spur knapper — und die Marge eine Spur größer.
Deutschlands Steuerbehörden haben aus der Abgabe 2013 rund 189 Millionen Euro eingenommen, 2023 waren es 409 Millionen Euro, ein Rückgang von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr, aber 116,8 % mehr als zehn Jahre zuvor. Rund 2,48 Milliarden Euro nahm der Staat 2023 insgesamt aus Glücksspiel ein, minus 3,6 % — und 1,77 Milliarden davon, also 71 %, stammten aus der Lotteriesteuer, nicht aus Sportwetten. Sportwetten sind ein großer Markt mit mittelgroßem Steuerfußabdruck. Das erklärt, warum die Abgabe in der Werbung so gern als Fußnote behandelt wird.
Was die Zahlen nicht verraten
Die Steuerstatistik sagt etwas über den Fiskus, nichts über die Grenze zwischen legal und illegal. Eine Steuer wird auch dann fällig, wenn ein Anbieter keine deutsche Erlaubnis hat. Ein Unternehmen, das über eine Offshore-Gesellschaft 5,3 % abführt, ist damit nicht erlaubt. Die Steuerzahlung ist kein Erlaubnisnachweis, so wenig wie das Führen einer Steuernummer ein Gewerbe erlaubt.
Für den Spieler ist deshalb die Reihenfolge entscheidend: erst prüfen, ob der Anbieter überhaupt darf, dann prüfen, wie er mit der Steuer umgeht. Wer die zweite Frage ohne die erste beantwortet, hat zwei Angebote verglichen, von denen eines in Deutschland gar nicht hätte stehen dürfen.
Die Auszahlungsquote als eigentlicher Kostentreiber
Die Steuer ist nicht der größte Posten im Wettschein. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist es. Sie beschreibt, welcher Anteil aller Einsätze auf einem Markt zurückfließt: Man rechnet die Kehrwerte der Quoten aller möglichen Ergebnisse zusammen, bildet daraus den Kehrwert — das ist der Quotenschlüssel. Der Rest, also 100 % minus diesen Wert, ist die Marge des Anbieters. Bei jeder Wette, die ein Buchmacher annimmt, wandert sie als Erwartungswert zu ihm.
Das ist die Zahl, an der die Steuerdiskussion hängen sollte. Auf einem Markt mit 5 % Marge kostet der Weg durch den Markt für den Spieler 5 Cent pro Euro — deutlich mehr als die 5,03 %, um die es hier in erster Linie geht. Die Steuer ist wichtig, weil sie sich sichtbar auf einen Wettanbieter abwälzen lässt. Die Marge ist wichtiger, weil sie unsichtbar in jedem Preis steckt, den man gar nicht mit der Steuer in Verbindung bringt.
Wie die Steuer aus einem AGB-Absatz ein Preisproblem macht
Wer eine deutsche Erlaubnis hat, gibt damit noch nicht vor, wie er die Steuer trägt. Es gibt vier Wege, die in den Bedingungen deutscher Anbieter tatsächlich zu finden sind.
- Der Abschlag von der Quote: die 5,3 % sitzen nicht im Einsatz, sondern im Kurs. Interwetten schreibt in Abschnitt G.8 seiner AGB, dass die Sportwettensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz von Interwetten getragen wird und zum Ausgleich bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen wird.
- Der Abschlag vom Gewinn: Der Weg zur Auszahlung ist der Moment, in dem die Steuer eingezogen wird. Auf der Whitelist der GGL ist für LeoVegas die LVSports Limited als Betreiberin geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023.
- Die Übernahme an der Kasse: Anbieter werben teils damit, die Steuer bei Ein- und Auszahlungen selbst zu tragen. Tipwin nennt in seinem FAQ-Bereich keine Gebühren für Ein- und Auszahlungen, sodass Beträge dem Kundenkonto vollständig gutgeschrieben werden.
- Der offene Posten im Wettschein: Betway nennt die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigenen Posten neben den ausgewählten Spielen und dem jeweiligen Wettsystem.
Diese vier Wege erzeugen nicht dieselbe Kostenlage, und sie machen eine Vergleichstabelle schnell unbrauchbar. Ein Anbieter, der die Steuer an der Auszahlung einzieht, sieht in jeder Quotenübersicht günstig aus; der Rechnungspunkt liegt später. Ein Anbieter mit Quotenabschlag erscheint in der Werbung teuer, obwohl er den Einsatz unangetastet lässt.
Wie unterschiedlich die Wege sind, zeigen zwei Fälle aus der Mitte der Beträge. Sportingbet nennt in seinen Wettregeln eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und zieht bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns ein, wobei der Bruttogewinn sich aus Einsatz mal Quote ergibt. Wettarena schreibt in den spielrelevanten Informationen, dass außer dem Wetteinsatz und der gesondert ausgewiesenen Steuer von 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags) keine weiteren Kosten anfallen. Einmal steht der Abzug auf dem Schein neben dem Einsatz, einmal im Gewinnfall, einmal ist er ausgewiesen und alles andere ist frei. Dass dieselbe gesetzliche Abgabe so viele Formen annehmen kann, ist kein Schlupfloch, sondern eine Folge davon, wer sie schuldet.
Was der Quotenabschlag in Euro bedeutet
Interwetten reduziert im Gewinnfall die Auszahlungsquote und damit den Wettgewinn um 5,3 % — ausgenommen sind Cash-Out-Gewinne — und zieht vom Einsatz laut AGB nichts ab. Ein Rechenbeispiel, das der eigenen Anschauung dient und keine angebotene Quote beschreibt: Eine Einzelwette über 100 € zu einer Quote von 2,00 bringt nominal 200 € zurück, davon 100 € Gewinn. Der Abschlag greift auf den Gewinn, sodass rund 194,70 € ankommen und der Nettoertrag bei etwa 94,70 € liegt. Ein alternativer Weg — dieselbe Steuerlast, nur an der Kasse eingezogen — ergibt bei 100 € Einsatz, von denen rund 95,22 € tatsächlich auf die Wette gehen, und derselben Quote einen Bruttogewinn von rund 190,44 € und damit einen Überschuss von rund 90,44 €.
Die beiden Wege liegen in diesem Beispiel rund 4,26 € auseinander. Die Differenz ist kein Zufall und auch kein Fehler im AGB-Text — sie entsteht daraus, dass der eine Anbieter den Gewinn besteuert und der andere den Einsatz. Bei 100 € ist das Kleingeld. Bei einem Konto, das über ein Jahr ein paar tausend Euro bewegt, ist es kein Kleingeld mehr, und bei einer sehr niedrigen Quote dreht sich das Verhältnis: Wer 100 € auf eine Quote von 1,10 setzt, gewinnt nominal nur 10 €, und ein Gewinnabschlag darauf tut weniger weh als ein Abschlag, der den Einsatz erfasst. Eine belastbare Aussage über den günstigeren Weg gibt es deshalb nur mit der Quotenhöhe daneben — die Steuerfrage kennt keine pauschale Antwort, nur eine Rechnung pro Wettschein.
Die 5,3 %, die niemand auf der Rechnung sieht
Der Abschlag von der Quote verteilt dieselbe Last über alle Wetten eines Kontos, unabhängig davon, ob sie gewonnen werden. Das ist seine stille Eigenschaft. Wer 20 Wetten platziert und 19 davon verliert, merkt nichts davon, dass eine Steuer bezahlt wurde, denn die Verlustwette hätte auch ohne Abschlag nichts eingebracht. Der Gewinnabschlag trifft dagegen nur das, was tatsächlich ausgezahlt wird — was für die Mehrheit der Wettscheine bedeutet, dass die Steuer nie sichtbar wird.
Daran hängt eine unangenehme Asymmetrie: Der Weg, der den Spieler bei den häufigen Verlusten schont, ist der Weg, der bei den seltenen Gewinnen am stärksten zulangt. Wer nur gelegentlich setzt und deshalb auf einen Treffer angewiesen ist, sollte den Quotenabschlag weniger scheuen als den Gewinnabschlag, weil er ohnehin nie in den Genuss einer Auszahlung kommt, auf die der zweite greift. Wer dagegen häufig mit kleinen Quoten arbeitet und regelmäßig kleine Gewinne mitnimmt, spürt den Quotenabschlag auf jedem einzelnen Schein.
Der Mindestquote-Klumpen
Interwetten lässt Wetten mit einer Quote unter 1,10 nicht als Einzelwette zu; Tipps mit niedrigeren Quoten müssen als Kombi- oder Systemwette gespielt werden. Das ist keine Steuerregel, sondern eine Produktregel, und sie trifft gerade die Kunden, die den Gewinnabschlag am wenigsten fürchten: die Sparstrategen mit niedrigen Quoten und großen Einsätzen.
Für den, der ohnehin Kombiwetten spielt, ändert sich nichts. Für den Einzelwetter mit Freude an 1,05 ist der Weg bei diesem Anbieter schlicht zu. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine Randbedingung die Steuerrechnung überholt: Wenn die Niedrigquote nicht spielbar ist, stellt sich die Frage nach dem Abschlag dort gar nicht, und der Vergleich mit einem Anbieter ohne diese Regel entscheidet sich nicht an der Steuer, sondern am Wettschein.
Wer in Deutschland überhaupt Wetten anbieten darf
Erlaubnisse erteilt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) auf Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie vergibt die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, und sie überwacht und ahndet Verstöße. Die Steuer dagegen ist Sache des Finanzamts. Zwei Behörden, zwei Zuständigkeiten, und die Verwechslung ist der häufigste Grund, warum ein Steuerargument für einen Erlaubnisnachweis gehalten wird.
Der verbindliche Test ist die Whitelist nach § 9 Absatz 8 des Glücksspielstaatsvertrags, abrufbar bei der Behörde. Es gibt keinen zweiten. In der Fassung vom 2. Oktober 2026 führt sie 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre. Die Liste nennt jedoch nur Erteilungsdaten, kein Ablaufdatum — wer dort ein Enddatum sucht, sucht etwas, das die Whitelist nicht führt.
Alle dort gelisteten Domains sind .de-Domains. Das ist eine Beobachtung, kein Prüfkriterium: Eine .de-Endung beweist nichts. Entscheidend ist, dass die Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis steht. Ein Inhaber mit Erlaubnissen für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino betreibt damit nicht automatisch ein erlaubtes Sportwettenangebot; das sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln, und die Sportwettenseite eines Anbieters verdient genau eine Prüfung: ob ihre eigene Domain in der Liste steht.
Was Gegenstand einer erlaubten Wette ist
Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorfälle darin, als Einzel- oder Kombiwette. Zulässig ist nur, was im genehmigten Sportwettprogramm steht. Bei laufenden Ereignissen ist Live-Wetten möglich — aber nicht auf alles: erlaubt sind während eines laufenden Spiels nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist möglich, der nächste Satz im Tennis auch; der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nicht.
Ausgeschlossen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport ist es ebenfalls nicht: Die Behörde stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Ein lizenziertes E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Zu virtuellen Sportarten ist eine Rechtslage nicht festgestellt; dazu sagt die Seite nichts.
Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Eine gesetzliche Höchstgrenze für den Einsatz pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht. Cash Out ist keine gesetzlich geregelte Funktion — es gibt keine Regel der Behörde dazu — und wird hier nur als jeweilige Anbieterfunktion behandelt.
Der Graubereich neben der Whitelist
Sportwetten an Menschen in Deutschland anzubieten, ohne die deutsche Erlaubnis zu haben, ist unerlaubtes Glücksspiel. Eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat dafür keine Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt. Das Anbieten ist strafbar und kann mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe belegt werden, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr; die Teilnahme mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verurteilungen einzelner Spieler wegen Teilnahme sind nicht festgestellt — das ist weder ein Freibrief noch ein Grund, daraus eine Drohkulisse zu bauen.
Die Durchsetzung läuft über Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzsperren. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt; die Frage ging vom Bundesgerichtshof zum Europäischen Gerichtshof. Der Bundesgerichtshof legte dem EuGH am 25. Juli 2024 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Entscheidung, die allen Ansprüche garantiert, ist das nicht. Wer heute bei einem nicht gelisteten Anbieter setzt, setzt ohne diesen Anspruch, nicht mit ihm.
Die nüchterne Gegenüberstellung sieht so aus: Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis hat keine Anbindung an das Sperrsystem OASIS und nicht an die Limitdatei LUGAS, bietet keinen deutschen Rechtsweg und lässt höhere Limits zu. Ein Anbieter auf der Whitelist bietet Rechtssicherheit und Spielerschutz, dafür das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat als Regelfall, eingeschränkte Live-Märkte, die vollständige Verifizierung und Zahlungen vom eigenen Konto. Beides sind Wege. Nur einer davon lässt sich hinterher reklamieren.
Was rechtlich noch an der Steuerfrage hängt
Die Bewerbung des Glücksthemas ist nur Erlaubnisinhabern gestattet. Das zwischen 6 und 21 Uhr geltende Werbeverbot betrifft Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele und ausdrücklich nicht Sportwetten. Für Sportwetten gelten andere Grenzen: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Live-Übertragung auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären und keine Provision, die nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz abgerechnet wird.
Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder begrenzt. Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen der einzelnen Anbieter. Das ist der Grund, warum die Steuer einen Bonus so selten erreicht: Der Bonus gehört zum Marketing, die Steuer zum Umsatz — und die beiden werden bei deutschen Anbietern getrennt gerechnet.
Spielerschutz gilt unabhängig vom Steuersatz
Die Steuerlast ändert nichts daran, wie viel jemand setzen sollte. Zwei getrennte Systeme: der Steuersatz liegt pro Wettschein bei einem Bruchteil eines Prozents, das Einzahlungslimit bei 1.000 € im Kalendermonat. Für die meisten Konten ist das Limit die deutlich relevantere Zahl.

Teilnehmen darf man ab 18 Jahren. Ein Konto pro Anbieter ist die Regel, mit vollständiger Verifizierung. Bevor diese abgeschlossen ist, darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist für den Aufbau eines Kontos entscheidend: Wer in dieser Zeit Geld einzahlt und gewinnt, kommt nicht an den Gewinn, bis die Prüfung durch ist.
Das Einzahlungslimit nach § 6c Absatz 1 liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler 10.000 bis 30.000 € — allerdings nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt nicht. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach sieben Tagen. Wer sein Limit anheben will, sollte wissen, dass der Nachweis der eigentliche Filter ist und die Wartezeit der kleinere Teil.
Parallelspiel ist verboten und wird über die Aktivitätsdatei kontrolliert. Das Sperrsystem OASIS ist das bundesweite Sperrregister nach den §§ 8 und 8a und wird bei der Registrierung und beim Login abgefragt. Wer sich mit einer Frist selbst sperrt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Nennung einer Frist mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Das sind Werkzeuge, die der Steuerdiskussion nicht folgen: Sie funktionieren bei einem erlaubten Anbieter, und außerhalb der Whitelist gibt es sie nicht.
Die Grenze, die praktisch am meisten weh tut
Die Regel, dass Zahlungen nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut kommen dürfen, klingt technisch und ist im Alltag die spürbarste Einschränkung des lizenzierten Marktes. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem legalen deutschen Sportwettenmarkt heraushält — und er trifft nicht nur den, der anonym bleiben will, sondern auch den, der mit dem Konto einer Partnerin oder eines Freundes setzen wollte. Drittpersonen-Zahlungen sind ohnehin nicht gestattet.
Spielergelder liegen auf einem treuhänderisch verwalteten, insolvenzgeschützten Konto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben binnen fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Das ist der Teil des Regelwerks, den Anbieter in der Werbung nie nennen und den ein Spieler im Streitfall am meisten zu schätzen weiß. Es lohnt sich, ihn vor der ersten Einzahlung zu kennen statt nach der letzten.
Was sich prüfen lässt, bevor man setzt
Drei Handgriffe genügen meist. Erstens: den Namen der Domain auf der Whitelist der Behörde suchen, nicht die Marke — die Marke steht oben auf der Seite, der Inhaber in der Liste. Zweitens: im Abschnitt zu Steuern der AGB nachsehen, ob ein Abschlag von der Quote, vom Gewinn oder an der Kasse beschrieben ist; dort steht die einzige belastbare Auskunft, weil die Werbung diesen Teil gern auslässt. Drittens: das Einzahlungslimit im eigenen Konto prüfen — es ist anbieterübergreifend, eine Erhöhung bei einem Anbieter erhöht es nicht bei einem anderen.
Wer diese drei Punkte abarbeitet, kennt seine Kosten. Die Steuerdebatte ist danach eine Fußnote, die richtige Frage nach dem Preis bleibt.
Der Vergleich: zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis
Die folgende Übersicht stellt die zehn Anbieter zusammen, die diese Seite bespricht — jeweils Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist in der Fassung vom 2. Oktober 2026. Sie ist keine Rangfolge und keine Empfehlung. Sie beantwortet eine engere Frage: Wer steht hinter der Domain, und seit wann ist dort Sportwetten erlaubt.
| Sportwetten-Anbieter | Inhaber laut Whitelist | Erlaubnis für Sportwetten seit | Registrierung nach § 9 Abs. 8 |
|---|---|---|---|
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022 | eingetragen |
| LeoVegas | LVSports Limited | 21.10.2024 | eingetragen |
| Sportwetten.de | NetX Betting Limited | 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022 | eingetragen |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 | eingetragen |
| Tipwin | Tipwin Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 27.12.2022 und 09.01.2024 | eingetragen |
| Winamax | WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022 | eingetragen |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 | eingetragen |
| VBet | SCGO Limited | 05.12.2023 | eingetragen |
| Betway | Betway Limited | 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022 | eingetragen |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 | eingetragen |
Die Spalte der Erlaubnisdaten liest sich aufschlussreicher, als sie zunächst aussieht. Acht der zehn Erlaubnisse stammen aus den Jahren 2020 und 2021, dem Beginn des lizenzierten Marktes. Vier davon tragen eine Folgeerlaubnis vom Dezember 2022 — der Monat, in dem die Behörde die ersten Erlaubnisse nachgezogen hat. Nur zwei Anbieter sind später dazugekommen: VBet im Dezember 2023 und LeoVegas im Oktober 2024, wobei LeoVegas im Sportwettenbereich ein vergleichsweise junger Teilnehmer ist, während dasselbe Unternehmen im Bereich der virtuellen Automatenspiele schon seit Februar 2023 erlaubt ist.
Das ist kein Ranking der Seriosität. Ein 2020 erteiltes Papier ist nicht besser als eines aus 2024. Es sagt etwas anderes: Die Inhaber sind durchweg maltesische Gesellschaften. Wer hinter einer deutschen Wettseite steht, liest man am Inhabernamen, und keiner dieser Namen trägt eine deutsche Rechtsform. Das ist die Folge davon, dass die Whitelist die Betreibergesellschaft nennt und nicht die Marke. Für den Spieler ist der Unterschied praktisch: Reklamationen und Auszahlungen laufen gegen die Gesellschaft, deren Name in der Liste steht, nicht gegen die Marke auf dem Trikotschild.
Warum die Tabelle die Steuerfrage nicht beantwortet
Zwischen Inhabername und Steuer gibt es keine Verbindung. Ob die Steuer vom Einsatz, von der Quote oder vom Gewinn abgezogen wird, steht in keiner Whitelist der Welt, sondern ausschließlich in den Wettregeln und AGB des jeweiligen Anbieters — und die sind bei diesem Anbieter so verschieden formuliert, dass eine Spalte in der Übersicht mehr behaupten würde als belegt ist. Die Tabelle beschreibt also den rechtlichen Rahmen. Die Steuerlast jedes einzelnen Anbieters folgt in den Einzelbesprechungen darunter.
Die Zehn im Einzelnen: Wer welchen Weg wählt
Sportingbet: ein Abzug, der auf dem Schein sichtbar wird
Sportingbet ist seit dem 9. Oktober 2020 mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist geführt, Inhaber der Erlaubnis ist die Sportingbet (Deutschland) Limited, 2022 kam eine Folgeerlaubnis dazu. In den eigenen Wettregeln nennt das Unternehmen eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes; bei gewonnenen Wetten behält es 5 % des Bruttogewinns ein, wobei der Bruttogewinn aus Einsatz mal Quote gebildet wird. Zwei Abzugspunkte in einem Regelwerk sind für einen Anbieter ungewöhnlich, und sie treffen zwei verschiedene Wetten: die eine, die verliert, und die andere, die gewinnt.
Interessant ist der Wortlaut. Der Prozentsatz liegt bei 5 und nicht bei 5,3, und die Regel bemisst sich am Einsatz statt an der Bemessungsgrundlage des Gesetzes, die den Einsatz nach Steuerabzug meint. Wer den Schein neben die Vorschrift legt, sieht sofort, dass die Beweislast dort endet, wo das Marketing beginnt: Umsetzung bleibt Sache des Anbieters, geprüft wird der Satz nicht.
Für den Spieler hat die Doppelregel eine unangenehme Folge. Er trägt den Abzug im Verlustfall und den Abzug im Gewinnfall — sichtbar als Rechnungsposten auf dem Wettschein, den Betway-artig auch Sportingbet nicht versteckt, sondern ausweist. Wer klein setzt, spürt ihn kaum. Wer mit großen Einsätzen auf mittlere Quoten arbeitet, merkt, dass der Abzug im Einsatz den Ertrag jeder Wette vor dem Ausgang schmälert.
LeoVegas: die junge Sportwetten-Erlaubnis mit dem erfahrenen Casino
Für Leovegas.de ist auf der Whitelist die LVSports Limited als Betreiberin geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Die Sportwettenerlaubnis ist also deutlich jünger als die Casinoerlaubnis desselben Inhabers — ein Muster, das bei Anbietern mit Casino-Vergangenheit häufiger vorkommt und nichts über die Qualität des Sportwettenangebots aussagt, aber etwas über die Reihenfolge der Geschäftsfelder.
LeoCasino-Publikum und Sporterlebnis sind bei diesem Anbieter eng verwoben. Wer aus dem Automatenspiel kommt, findet eine vertraute Oberfläche — und genau das ist die zu klärende Frage, weil die Spielerschutzregeln des Sportwettenbereichs an das Spielkonto anknüpfen: das Einzahlungslimit über alle Anbieter, die Limitdatei LUGAS, das Verbot des Parallelspiels. Wer zwei Konten bei demselben Anbieter für zwei Produkte unterhält, sollte wissen, dass die Erlaubnisse getrennte Laufzeiten haben und die Sportwettenerlaubnis die jüngere ist.
Die entscheidende Einschätzung hängt an der Tiefe des Wettprogramms: Ein 2024 erteilter Sportwettenbereich startet selten mit der vollen Marktabdeckung eines Anbieters, der seit 2020 dabei ist, und wer Live-Wetten auf Nebenmärkte sucht, wird sich in Tiefe und Auswahl umsehen müssen. Für die Frage der Steuer zählt ohnehin nur der eigene Blick in die Bedingungen: Ob der Anbieter vom Gewinn abzieht oder von der Quote, geht aus dem Erlaubnisdatum nicht hervor, und die Whitelist spricht dazu kein Wort.
Sportwetten.de: eigener Name, eigene Zahlungsübersicht
Die Sparte ist seit dem 19. November 2020 dabei, Inhaber der Erlaubnis ist die NetX Betting Limited, 2022 folgte eine weitere Erlaubnis. In der eigenen Zahlungsübersicht führt Sportwetten.de Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte von Visa und Mastercard, Banküberweisung, Skrill und Aircash — für alle ohne Gebühr und mit sofortiger Bearbeitung, bei Trustly, Skrill und Aircash mit einem Mindestbetrag von 10,00 €. Einzahlungen über Dritte sind ausdrücklich nicht gestattet.
Diese Liste ist erstaunlich breit für einen deutschen Anbieter, und sie ist der einzige Grund, warum das Zahlungsthema in dieser Besprechung überhaupt eine Rolle spielt: Alle genannten Wege laufen über Konten im eigenen Namen, was den Anforderungen des Geldwäschegesetzes genügt. Die Aircash-Angabe verdient einen zweiten Blick, weil Prepaid-Nähe in diesem Markt sonst als Problem gilt; die Vorgabe des eigenen Kontos ist hier die Grenze, nicht die Marke der Methode.
Wer sein Geld schnell bewegen will, findet bei diesem Anbieter kaum einen Grund, etwas anderes als die gewohnte Methode zu nehmen. Wer wegen des Mindestbetrags von 10,00 € bei drei der sieben Wege eine Auswahl treffen muss, hat das Kleingedruckte schon gelesen — und genau darum geht es: Im Zweifel entscheidet nicht der Name der Domain, sondern die Frage, ob das eigene Konto für jede Bewegung im Wettschein genutzt werden darf.
bet-at-home: das lange Erlaubnisdossier
Bet-at-home.com Internet Limited ist Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis für Bet-at-home.de, erteilt am 02.11.2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022. Das ist ein Dossier mit drei Daten und damit das umfangreichste der besprochenen Anbieter außer Tipwin.
Ein Anbieter mit dieser Erlaubnisgeschichte hat die Konsolidierung des Marktes miterlebt und die Folgeerlaubnis mitgenommen. Für den Spieler heißt das vor allem Beständigkeit: Die Bedingungen dürften so lange gewachsen sein wie der Anbieter selbst, und wo die Bedingungen gewachsen sind, sind sie selten neu geschrieben worden. Wer die eigene Steuerregel sucht, findet sie also mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Dokument, das in mehreren Schritten ergänzt wurde.
Genau das macht die Suche mühsamer, und die Empfehlung lautet hier, sich auf den Abschnitt mit den Steuern und Abgaben zu beschränken und nicht auf eine Zusammenfassung in der Werbung zu vertrauen. Die Whitelist bestätigt die Erlaubnis, nicht die Kostenstruktur.
Tipwin: die Übernahme an der Kasse
Tipwin Limited hält die Erlaubnis für Tipwin seit dem 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen vom 27.12.2022 und vom 09.01.2024. Bei Ein- und Auszahlungen übernimmt Tipwin die Steuerkosten, sodass der Betrag dem Kundenkonto vollständig gutgeschrieben wird; Gebühren für Ein- und Auszahlungen nennt das Unternehmen in seinem FAQ-Bereich nicht.
Damit steht Tipwin für den für den Spieler angenehmsten Weg in diesem Vergleich — aber nur an der Oberfläche. Eine übernommene Steuer ist nicht verschwunden, sie ist in die Quoten eingerechnet. Der einzige ehrliche Test ist deshalb der Quotenvergleich mit einem Anbieter, der offen abzieht: Wer auf der einen Seite keine Abzüge sieht, aber auf der anderen Seite dauerhaft einen Tick schlechtere Kurse bekommt, hat die Steuer nicht gespart, sondern nur an anderer Stelle bezahlt — ohne Rechnungsposten, den man nachprüfen könnte.
Für den Einsteiger ist der Weg trotzdem attraktiv, weil er Fehler verzeiht: keine Gebühren an der Kasse, keine Überraschung im Wettschein, kein Kürzen des Gewinns. Für den Routinier mit Quotenvergleich ist die Frage offen, und sie ist nur mit einem Blick auf die Kurse vor und nach der Einzahlung zu klären.
Winamax: „0% Wettsteuer“ gegen eine Studie
Winamax wirbt im Footer seiner Website mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Für die Quoten beruft sich das Unternehmen auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 01.04.2025 und dem 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Der Inhaber der Erlaubnis für Winamax ist WINAMAX (Société anonyme), erteilt am 29.06.2021, mit Folgeerlaubnis vom 08.12.2022.
Der Werbesatz und die Zahl daneben widersprechen sich nicht, aber sie tragen einander auch nicht. Ein Platz eins in 45 % der untersuchten Fälle bedeutet, dass in 55 % ein anderer Anbieter besser lag — und die Aussage über den Steuersatz wird durch die Studie überhaupt nicht geprüft, weil darin Quoten verglichen werden, nicht Steuerregeln. Das ist die klassische Vermischung zweier Kennzahlen, die beide für sich stimmen können und zusammen trotzdem nichts beweisen: „0 % Wettsteuer“ beschreibt die Abrechnung mit dem Kunden, „beste Quoten“ eine Auswahl an Kursen, und eine Zahl zu einem 2.967er-Datensatz sagt nichts darüber, ob die Steuer an einer dritten Stelle versteckt ist.
Was für den Anbieter bleibt, ist ein klarer Platz im Vergleich: Er gehört zu den zwei Anbietern, bei denen die Aussage zur Steuer durch die eigene Website mit einem Beleg hinterlegt ist statt nur behauptet. Wie weit die 45 % tragen, entscheidet der eigene Vergleich — aber immerhin lässt sich die Zahl nachprüfen, und das ist mehr, als die meisten Werbesätze in diesem Markt leisten.
Betano: die Erlaubnis und der Abschlag
Für Betano führt die Whitelist die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan auf Malta, die Erlaubnis für Sportwetten wurde am 19.02.2021 erteilt, eine Folgeerlaubnis folgte am 16.12.2022. Der Sitz ist derselbe wie bei einem anderen Anbieter der Liste, was nichts bedeutet: Die Whitelist nennt die Betreibergesellschaft, nicht die Marke, und mehrere Marken dürfen unter derselben Gesellschaft laufen.
Für Betano führt dieser Vergleich zu keiner Besonderheit bei der Steuer. Was in den Bedingungen steht, ist Sache des Anbieters und wurde hier nicht erhoben; die Whitelist liefert dazu nichts, und aus dem Erlaubnisdatum lässt sich nichts ableiten. Wer Betano wegen der Steuerfrage prüfen will, findet die Antwort in den eigenen Wettregeln und nicht in der Liste.
Was der Anbieter in diesem Vergleich mitbringt, sind fünf Jahre Erlaubnisgeschichte und eine Folgeerlaubnis aus dem Konsolidierungsjahr 2022 — genug für einen stabilen Status, aber nichts, was ihn aus dem Mittelfeld heraushebt. Die Entscheidung fällt damit an anderer Stelle als an der Steuer.
VBet: Erlaubnis ganz ohne Daten zum Produkt
Für VBet ist die SCGO Limited mit einem Sitz in St. Julian’s auf Malta als Veranstalterin eingetragen, die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023. VBet ist damit der jüngste Erlaubnisinhaber unter den zehn, und wer heute bei einem Anbieter mit einer Erlaubnis von Ende 2023 setzt, nutzt einen Rahmen, dessen Bewährung im deutschen Markt noch vergleichsweise kurz ausfällt — nicht weil die Behörde Zweifel hätte, sondern weil schlicht weniger Zeit vergangen ist.
Zu Zahlungsmethoden, Steuerabzug oder Bonusbedingungen hat diese Prüfung nichts ergeben. Wer sein Sportwettprogramm, seine Zahlungswege und seine Regelung zur Wettsteuer kennenlernen will, findet dazu nur eine Adresse: die eigenen Wettregeln und die Zahlungsübersicht von VBet selbst. Das ist eine ehrliche Hausaufgabe — bei einem Anbieter, der erst seit kurzem gelistet ist, ist sie ohnehin ratsam.
Was bleibt: Erlaubnis selbstverständlich, aber die Steuerfrage ist hier ein offenes Feld. Wer den Weg der Quotenprüfung sucht, sollte ihn bei VBet von der ersten Einzahlung an mitlaufen lassen, statt später eine Regel zu suchen, die nie veröffentlicht wurde.
Betway: ein Posten in der Liste und eine Skrill-Klausel
Betway Limited hält die Erlaubnis für Betway seit dem 09.03.2021 mit Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins nennt Betway die Wettsteuer als eigenen Posten neben den ausgewählten Spielen und dem jeweiligen Wettsystem. Damit gehört Betway zu den Anbietern, die die Steuer nicht verstecken — der Spieler sieht vor dem Absenden, was er zusätzlich zahlt. Das ist die transparenteste der vier Varianten und eine, die viele Konkurrenten nicht bieten.
Bei Skrill liegt die Mindesteinzahlung bei 5 €, die Mindestauszahlung bei 10 €; Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Einzahlungen per Skrill qualifizieren allerdings nur für die Willkommens-Freiwette und nicht für den Einzahlungsbonus. Diese Klausel ist die praktisch relevanteste des Anbieterprofils: Der Zahlungsweg bestimmt, welcher Bonus erreichbar ist, und ein Spieler, der per Skrill einzahlt, ohne das zu wissen, wartet auf einen Bonus, der für ihn nie ausgelöst wird.
Zusammengenommen ergibt das einen Anbieter, bei dem die Kosten sichtbar sind und die Bedingungen des Bonus an einer Stelle hängen, an der man sie nicht erwartet. Wer den Wettschein prüft, hat den Steuerposten vor Augen; wer die Zahlungsbedingungen prüft, hat die Bonusfalle vor Augen. Beides zusammen ist mehr Transparenz als im Durchschnitt dieses Marktes.
NEO.bet: die Erlaubnis von 2020 ohne Profil daneben
NEO.bet firmiert auf der Whitelist unter Greenvest Betting Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Das gehört zu den ersten Sportwettenerlaubnissen der ersten Vergaberunde und teilt das Datum mit Sportingbet und Tipwin.
Damit ist der rechtliche Rahmen klar, und der Vergleich endet dort, wo er bei einem Anbieter mit wenig veröffentlichtem Material enden muss. Zu Steuerabzug, Zahlungswegen und Bonusbedingungen hat diese Prüfung nichts ergeben; wer die eigenen Kosten kennen will, kommt am Abschnitt über Steuern in den Wettregeln und an der Zahlungsübersicht von NEO.bet nicht vorbei. Zu den Anbietern der ersten Runde passen solche Lücken: Sie haben ihre Bedingungen oft dann geschrieben, wenn sie gebraucht wurden.
Wer die Erlaubnis als Qualitätsmerkmal liest, ist bei NEO.bet nicht falsch, bekommt aber wenig Futter für einen Vergleich. Wer über ein Sonderangebot nachdenkt, sollte sich die Bedingungen vor der Einzahlung ansehen — nicht danach, wenn der Wettschein schon steht.
Was der Vergleich unter dem Strich zeigt
Die zehn Anbieter unterscheiden sich in der Steuerfrage weniger, als die Werbung vermuten lässt, und mehr, als die Whitelist je zeigen könnte. Vier Wege stehen nebeneinander: der Abschlag von der Quote, der Abschlag vom Gewinn, die Übernahme an der Kasse und der offen ausgewiesene Posten im Wettschein. Nur zwei davon sind auf dem Schein sichtbar, bevor man absendet.
Wer die Wahl hat, sollte sie an der eigenen Wettweise ausrichten und nicht an der Marke. Der Quotenabschlag ist fair für den, der viele Wetten mit niedrigen Quoten setzt — er verteilt die Last über alle Scheine. Der Gewinnabschlag ist freundlich zu dem, der selten gewinnt und oft verliert, denn er greift nur auf der Habenseite. Die Übernahme an der Kasse klingt am saubersten und ist nicht nachprüfbar; der offen ausgewiesene Posten bricht die Abstraktion am besten — Betway zeigt am Ende des Wettscheins, was tatsächlich von der Idee übrig bleibt.
Dass keiner der zehn sich bei dieser Prüfung als Startplatz für E-Sport-Wetten oder Wetten auf politische Ereignisse eignet, ist kein Anbieterdefizit, sondern die Grenze des Sportwettprogramms, das die Behörde genehmigt. Wer diese Märkte sucht, findet sie im legalen deutschen Markt nicht — und sucht dann zwangsläufig bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis.
Was die Rechnung über die Auszahlung sagt
Das Rechenbeispiel der Prescribed-Check-Größe ist keine angebotene Quote, sondern eine Demonstration auf Basis der 100-€-Wette zu einer Quote von 2,00. Die erste Variante bemisst die Steuer am Gewinn: Nominal bringt die Wette 200,00 € zurück. Bei Interwetten wird im Gewinnfall die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn um 5,3 % reduziert, ausgenommen Cash-Out-Gewinne; vom Einsatz wird laut AGB nichts abgezogen. Vom Gewinn von 100,00 € bleiben damit rund 94,70 €, die Auszahlung liegt bei rund 194,70 €.
Die zweite Variante bemisst die Steuer am Einsatz und zieht sie an der Kasse ein: Von den 100,00 € werden rund 5,03 % — also rund 5,03 € — abgeführt, und es gehen rund 95,22 € auf die Wette. Derselbe Kurs von 2,00 ergibt einen Bruttogewinn von rund 190,44 € und einen Nettoertrag von rund 90,44 €.
Die Bandbreite über beide Wege liegt bei rund 90,44 € bis rund 94,70 € Ertrag auf eine erfolgreiche 100-€-Wette zu Quote 2,00 — eine Spanne von rund 4,26 €. Die Bedingung, an der die Zahl hängt, ist die Quotenhöhe: Bei 2,00 liegt der Gewinnabschlag im Vorteil, bei sehr niedrigen Quoten dreht sich das Verhältnis, weil dann der Nettogewinn kümmerlich wird und ein Abzug darauf nur wenig Masse findet. Bei allen Wetten, die verloren gehen — also bei der Mehrheit der Wettscheine jedes Kontos — trägt keine der beiden Varianten zum Ertrag bei, weil es keinen gibt. Die Rechnung beschreibt also nur, was im Gewinnfall übrig bleibt, und sie ist eine Modellgröße: eine Anwendung der Steuerregel auf ein Beispiel, kein Versprechen, dass irgendeine Wette zu Quote 2,00 aufgeht. Ob die Steuer am Einsatz, am Gewinn oder an der Kasse anfällt, muss jeder in den Bedingungen des Anbieters selbst nachsehen — das entscheidet über den einen oder den anderen Betrag, und die 4,26 € Differenz sind auf einem einzelnen Wettschein ein Detail, über ein Kontoleben aber der einzige Posten, den man selbst beeinflussen kann.
Häufige Fragen zur Sportwettensteuer
Sind Wetten und Wettgewinne steuerfrei, oder fällt die Sportwettensteuer trotzdem an?
Die Steuer fällt an, aber Steuerschuldner ist der Veranstalter der Wette. „Steuerfrei“ bedeutet beim Wetten, dass der Anbieter die Abgabe trägt, statt sie vom Einsatz, von der Quote oder vom Gewinn des Spielers abzuziehen. Ob er das tut, steht in den jeweiligen Wettregeln.
Wer schuldet die Sportwettensteuer: der Wettanbieter oder der Spieler?
Der Veranstalter der Wette. Erhebung und Vollzug liegen beim Finanzamt, nicht bei der Aufsichtsbehörde. Ob der Anbieter die Last über die Quote, den Gewinn oder eine Kasse weitergibt, ist keine Frage der Steuerschuld, sondern eine Frage der Vertragsgestaltung mit dem Kunden.
Wie unterscheiden sich Abzug vom Einsatz, Quotenabschlag und Abzug vom Gewinn?
Der Abschlag von der Quote verteilt die Last über jede Wette eines Kontos, auch über verlorene. Der Abzug vom Gewinn greift nur, wenn es etwas auszuzahlen gibt. Die Übernahme an der Kasse lässt Einsatz und Auszahlung unangetastet. Ein Anbieter kann für den einen Spielertyp teuer und für den anderen günstig sein.
Was bedeutet die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für die Auszahlung?
Sie bedeutet, dass der Anbieter die Steuer selbst schuldet und sie nicht als Posten auf dem Wettschein führt. Sie bedeutet nicht, dass keine Steuer anfällt und auch nicht, dass sie nicht in den Quoten steckt. Wer das prüfen will, vergleicht Kurse mehrerer Anbieter auf dasselbe Ereignis statt Fußnoten.
Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote, wenn der Anbieter die Steuer weitergibt?
Der Grundertrag ist der Einsatz mal die Quote. Ein Abzug von 5,3 % auf den Gewinn reduziert nur den Ertragsteil — bei 100 € Einsatz zu Quote 2,00 bleiben rund 194,70 €. Ein Abzug am Einsatz von rund 5,03 % verkleinert die Grundlage der Wette und führt auf rund 190,44 €.
Woran lässt sich auf der GGL-Whitelist erkennen, ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist?
An der eigenen Domain. Dort ist der Inhaber der Erlaubnis mit der Gesellschaft genannt, und nur die unter der Sportwetten-Erlaubnis gelistete Domain darf Sportwetten anbieten. Eine .de-Endung allein beweist nichts, und eine Casino- oder Automatenspiel-Erlaubnis sagt nichts über die Sportwettenerlaubnis.
Lizenz – American Football Wetten
Inhalt erstellt vom Team «American Football Wetten»
