Die besten Wettanbieter mit deutscher Lizenz 2026: zehn geprüfte Namen, ein Limit und viele Bedingungen
30. Oktober 2026 — geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026.

Ein Schlüsselwort verspricht eine Rangliste. Was es in Deutschland tatsächlich gibt, ist eine amtliche Liste — und die ist keine Rangfolge. Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt in der Fassung vom 2. Oktober 2026 dreißig Einträge: siebenundzwanzig Häuser mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, sowie drei Anbieter, die ausschließlich Pferdewetten vermitteln dürfen. Wer Sportwetten auf ein Fußballspiel anbieten will, muss unter den ersten siebenundzwanzig stehen. Wer nur Galopprennen anbietet, steht auf derselben Liste und verkauft etwas völlig anderes.
Aus diesen dreißig werden hier zehn herausgegriffen und einzeln besprochen. Das ist eine Auswahl, keine Wertung der Behörde, und die Reihenfolge im Abschnitt Panorama folgt keinem Punktesystem. Was sie zusammenhält, ist die Frage, die vor jedem Quotenvergleich steht: Hat dieses Haus eine deutsche Erlaubnis für Sportwetten — und für welche Domain genau?
Die zweite Frage stellt kaum jemand, und sie entscheidet mehr. Eine Erlaubnis ist in Deutschland nicht personengebunden im landläufigen Sinn, sondern an einen Veranstalter und an eine Internetseite. Die GGL führt zu jedem Eintrag den Erlaubnisinhaber mit Firmensitz; bei Bet365 etwa die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta, bei Bet3000 die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema. Auf dem Wettschein steht der Markenname, in der Erlaubnis steht eine Gesellschaft. Wer wissen will, ob sein Anbieter darf, muss beides zusammenbringen — und das ist nur der erste von mehreren Gründen, warum die hübsche Rangliste aus dem Netz hier nicht steht.
Denn eine Sportwetten-Erlaubnis ist schmal. Sie deckt feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Ereignisse innerhalb des Spiels, als Einzel- und Kombiwette. Sie deckt keine Spielautomaten, kein Poker, kein virtuelles Casino. Dass ein Haus für sein Sportangebot eine Erlaubnis hat, sagt über „slots.marke.de“ nichts. Der Unterschied ist nicht spitzfindig: Es sind zwei Genehmigungen, zwei Aufsichtswege, zwei Regelsätze. Dieses Missverständnis kostet Leute Geld, weil die Werbung drüben auf derselben Startseite steht.
Was folgt daraus für die Auswahl? Dass „der beste Anbieter“ keine Eigenschaft ist, die man einem Haus anhängt. Es gibt Wege, und sie haben unterschiedliche Preise. Wer das Einzahlungslimit im Blick hat, wählt anders als wer Live-Wetten auf den nächsten Punkt beim Tennis sucht. Beides ist legitim, nur nicht dasselbe.
Was eine deutsche Erlaubnis praktisch bedeutet — und was nicht
Sportwetten richten sich in Deutschland nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Zuständig ist die GGL mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet, sie beaufsichtigt und sie verhängt Bußgelder. Die Steuer ist nicht ihre Sache; dafür ist das Finanzamt zuständig, und dazu später mehr, weil dort der eigentliche Preisunterschied sitzt.

Die Liste selbst ist ein Rechtsinstrument, kein Verzeichnis. Nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist sie der einzige belastbare Nachweis. Nicht die Domainendung: Jede auf der Liste stehende Seite ist eine .de-Adresse, aber eine .de-Adresse allein beweist nichts. Nicht die Steuer, die ein Anbieter abführt — die Steuer ist auch für unerlaubte Veranstalter geschuldet, gezahlte Steuer ist also kein Nachweis. Und nicht ein Firmensitz innerhalb der Europäischen Union. Malta ist der häufigste Sitz unter den Whitelist-Einträgen, und er sagt nur, wo die Gesellschaft eingetragen ist.
Rechtsla | der Leser prüft die Whitelist lieber selbst als jedem Testbericht zu glauben.
Die Geschichte dieser Liste erklärt, warum sie so aussieht, wie sie aussieht. Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten wegen laufender Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden. Der Staatsvertrag trat am 1. Juli 2021 in Kraft — und der erste Erlaubnisbescheid ist älter. Wer die Erlaubnisdaten in der Tabelle im Abschnitt Panorama liest, liest keine Betriebsgeschichte: Er liest ein Verfahren. Ein Erlaubnisdatum aus dem Herbst 2020 bedeutet nicht, dass das Haus kurz vorher aufgemacht hat, sondern dass es vor dem 1. Juli 2021 in einem Verfahren stand, das dann in eine Erlaubnis mündete.
Die erste Erlaubnis läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1 GlüStV. Die Whitelist zeigt nur die Erteilungsdaten und kein Enddatum. Diese Lücke füllt niemand, der hier arbeitet, durch Rechnen. Ein Datum aus 2020 ist damit auffällig nah an seinem Ablauf — aber bis ein Folgebescheid oder eine Löschung in der Liste steht, sagt das über den Status nichts. Wer eine Wette platzieren will, hat eine Sekunde für den Blick in die Liste und keine für eine Spekulation.
Das Sportwettprogramm ist eingeschränkt, und zwar enger, als die Werbung vermuten lässt. Zulässig sind feste Quoten, die die Behörde zugelassen hat. Live-Wetten sind erlaubt, aber nur auf das Endergebnis und auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind: das nächste Tor beim Fußball, der nächste Satz beim Tennis. Der nächste Punkt beim Tennis und der nächste Korb beim Basketball sind es nicht.
Nicht erlaubt sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — in der Praxis gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Manipulationsanfällige Wetten fallen weg, ebenso Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport-Wetten gibt es im lizenzierten deutschen Markt nicht, weil die Behörde E-Sport nicht als Sport anerkennt. Wer eine Seite mit E-Sport-Quoten findet, hat also keinen Hinweis auf ein seriöses Angebot, sondern auf ein anderes Rechtsregime. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses.
Und das Geld? Es bewegt sich nicht anonym. Einzahlungen sind nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich, anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Grund, warum Krypto und anonyme Prepaid-Karten im lizenzierten deutschen Sportwettenmarkt praktisch keine Rolle spielen. Guthaben liegt auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Ein Anbieter, der sich daran nicht hält, hat ein Problem mit seiner Erlaubnis und nicht mit dem Kleingedruckten.
Erlaubnis ist nicht gleich Erlaubnis: die Wege durch den Markt
Im Blick auf das Jahr 2024, das letzte vollständig berichtete, ergibt sich ein Bild, das besser ist als sein Ruf und schlechter als die Werbung. 32 Veranstalter hatten eine GGL-Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten, davon 13 für den stationären und den Internetvertrieb, also hybrid, und 19 nur für das Internet. Von diesen 32 hatte rund ein Fünftel nie ein aktives Angebot — 27 betrieben tatsächlich eines. Eine Erlaubnis zu besitzen und einen Wettschein auszustellen sind offenkundig zwei verschiedene Dinge.
Vertrieben wurden die Wetten online über 28 aktive Internetseiten und stationär über ungefähr 2.300 Wettvermittlungsstellen. Die rund 12.000 ODDSET-Annahmestellen hatten für ihren Vertriebsweg noch eine Übergangsregelung bis zum 30.06.2024. Wer also in einem Kiosk eine Wette abgibt, ist nicht automatisch in einem lizenzierten Angebot; die Wege unterscheiden sich, und sie unterscheiden sich in der Aufsicht.
Grundlag | Der Anstoßpunkt eines leeren Platzes: was erlaubt ist, ist enger als es aussieht.
Ein Blick auf die Verfolgung zeigt, dass die Behörde nicht nur verwaltet. Die Zahl der Untersagungsverfahren stieg von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025; 1.843 illegale Websites waren 2025 wegen Untersagungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Das ist die Zahl, die im Gespräch über Offshoreseiten selten fällt und die am meisten über die Durchsetzung sagt.
Und dann ist da die Kanalisierung, an der sich die Gemüter scheiden. Für den Online-Glücksspielmarkt nennt die GGL eine Kanalisierungsquote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen demnach auf unerlaubte Angebote. Vier Jahre vorher sah dieselbe Rechnung ganz anders aus. Eine Marktanalyse der Behörde auf Basis von Steuerdaten des Bundesministeriums der Finanzen kam für den Sportwettenmarkt 2022 auf eine Kanalisierungsquote von deutlich über 95 %; illegale Anbieter hatten damals einen Marktanteil von weniger als fünf Prozent. Zwischen den beiden Zahlen liegen zwei Jahre und ein Methodenwechsel, und man sollte sie nicht gegeneinander ausspielen. Die eine misst das Sportwettensegment über Steuerdaten, die andere den gesamten Online-Glücksspielmarkt. Aber wenn ein Markt, der als nahezu vollständig kanalisiert galt, sich binnen zwei Jahren mit einem Fünftel seiner Volumina außerhalb der Aufsicht wiederfindet, dann ist die Lizenzfrage drängender geworden und nicht ruhiger.
Das ist die Landschaft, in der die zehn Häuser im Abschnitt Panorama stehen. Sie ist auch die Begründung, warum die Auswahl hier nicht großzügiger ist. Nicht jede Marke, die eine ordentliche Startseite und einen Willkommensbonus hat, taucht in einer Vergleichstabelle auf, die sich an einer Lizenz entlanghangelt.
Spielerschutz: Das Fünf-Punkte-Regelwerk, das an jedem Anbieter hängt
Wer ein Konto auf einem lizenzierten deutschen Sportwettenangebot eröffnet, akzeptiert keinen Anbieter-Regelsatz. Er akzeptiert ein Regelwerk, das alle lizenzierten Anbieter teilen. Das ist der vielleicht wichtigste, langweiligste Punkt dieser Seite: Die Schutzmechanismen hier sind für alle Häuser dieselben, weil sie aus der Erlaubnis kommen und nicht aus der Firmenphilosophie.

Es fängt beim Alter an. Teilnahme ab 18 nach § 4 Abs. 3 GlüStV. Man darf genau ein Konto pro Anbieter haben, vollständig verifiziert nach § 6a. Bis zur Verifikation darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist kein Kulanzfenster, sondern eine Frist; wer sie ausreizt und dann auf seine Verifizierung wartet, kann gewinnen und nichts abheben.
Das Standard-Einzahlungslimit liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, geregelt in § 6c Abs. 1 und durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Dieser Satz ist die bekannteste Zahl des deutschen Sportwettenmarkts und die am häufigsten umgedrehte. Er gilt nicht pro Haus. Zwei Konten bei zwei Anbietern, jeder denkt an „seine“ 1.000 € — die Datei denkt anders. Ein darüber hinausgehender individueller Rahmen ist möglich, wenn die Erlaubnis des Anbieters es zulässt, bis zu 10.000 €, in einem engen Korridor von 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % der aktiven Spieler, und ausschließlich auf nachweisbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 7 Tagen.
Das Sperrsystem OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV ist das zweite Standbein, und es wird an zwei Stellen geprüft: bei der Registrierung und beim Login. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die Person eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Dazu kommt der Panikbutton nach § 6i Abs. 3, der eine sofortige 24-Stunden-Sperre auslöst. Paralleles Spielen über mehrere Konten hinweg ist nach § 6h untersagt; die Aktivitätsdatei soll es auffangen.
Spielerschu | Die Kanalisierungsquote 77 %; die Spielersperre greift nur dort, wo die Behörde hinschaut.
Der Punkt, an dem die Konstruktion ihren Wert verliert, ist der Wechsel zu einem Anbieter ohne Erlaubnis. Offshore-Seiten hängen weder an OASIS noch an LUGAS. Eine Selbstsperre dort einzurichten ist Bitte, nicht Mechanik. Und ein Einzahlungslimit, das keinen Monat überdauert, weil es nirgends gespeichert ist, gibt es dort. Wer sich wegen Problemen mit dem Spiel gesperrt hat, hat allen Grund, ausschließlich lizenzierte Anbieter zu nutzen — nicht wegen des Rufs der Aufsicht, sondern weil die Sperre nur dort existiert.
Es lohnt sich, das umzudrehen und von der Kostenfrage her zu lesen. Dasselbe Regelwerk, das den Spieler schützt, begrenzt ihn auch. Die 1.000 € sind eine Frist für den, der mehr setzen will; die eingeschränkten Live-Märkte sind eine Grenze für den, der während des Spiels handelt; die Zahlung vom eigenen Konto ist ein Hindernis für den, der anonym bleiben will. Diese Seite verkauft nichts davon als Vorteil. Sie stellt fest, dass es der Preis der Erlaubnis ist — und dass der Preis überall auf der Liste derselbe ist.
Was die Einschränkungen im Alltag kosten
Für den klassischen Spieler, der samstags einen Kombischein auf die Bundesliga abgibt, ändert die deutsche Erlaubnis fast nichts. Er bekommt seine Quoten, sein nächstes Tor beim Fußball, seine Auszahlung nach dem offiziellen Ende. Für den, der während eines Tennismatches den nächsten Punkt setzen will, ändert sie alles: Diese Variante ist nicht erlaubt, und zwar bei keinem Anbieter auf der Liste. Wer sie trotzdem sucht, wird auf einer nicht lizenzierten Seite fündig — und tauscht dann das Verbot gegen jeden Schutzmechanismus ein, den diese Kategorie kennt.
Dazwischen liegt die größte Gruppe: Leute, die genau eine Sache wollen, die es in Deutschland nicht gibt, und alles andere, was es gibt. Genau für sie ist die Einzelfallprüfung da. Es hilft, die Wünsche zu trennen. Erstens: eine bestimmte Sportart, die es im deutschen Programm nicht gibt. Zweitens: eine Wette während des Spiels auf ein Nicht-Kernereignis. Drittens: das Drehen an einem Automaten auf derselben Seite. Alle drei werden auf einer lizenzierten Sportwetten-Erlaubnis nicht gelöst, und keiner davon lässt sich durch Suchen einer anderen Marke finden.
Panorama: Zehn erlaubte Anbieter, ihre Erlaubnis und ihr Stand in der Liste
Die folgenden zehn Häuser stehen mit ihrer Sportdomain auf der Whitelist in der Fassung vom 2. Oktober 2026. In der Tabelle steht zu jedem Eintrag, welcher Inhaber für diese Seite eingetragen ist, seit wann die Sportwetten-Erlaubnis dort verzeichnet ist und ob dem Haus weitere Erlaubnisse erteilt wurden. Die Whitelist führt kein Enddatum; die Tabelle schreibt deshalb keines hin.
| Marke | Für diese Seite eingetragener Inhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit | Weitere Erlaubnisse in der Liste |
|---|---|---|---|
| Bet3000 | I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta | 22.04.2026 | keine im Eintrag genannt |
| Winamax | WINAMAX Société anonyme | 29.06.2021 | Verlängerung 08.12.2022 |
| Tipico | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 | Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 21.12.2022 | virtuelle Automatenspiele seit 15.11.2022 |
| Sportwetten | NetX Betting Limited, Birkirkara, Malta | 19.11.2020 | Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| LeoVegas | LVSports Limited | 21.10.2024 | virtuelle Automatenspiele seit 27.02.2023 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 | 13.12.2022, 29.07.2024; Automatenspiele seit 28.09.2022 |
| bet-at-home | Bet-at-home Internet Limited | 02.11.2020 | 22.12.2022; Automatenspiele seit 28.12.2022 |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited, San Giljan, Malta | 19.02.2021 | Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| NEO-bet | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 | Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
Was die Spalte mit den weiteren Erlaubnissen zeigt, ist die eigentliche Bruchlinie. Fünf der zehn Inhaber haben neben der Sportwetten-Erlaubnis eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele. Fünf haben sie nicht — jedenfalls nicht in dem Eintrag, den die Whitelist zu dieser Marke führt. Das klingt nach einer Fußnote. Es ist eine Verbraucherinformation eigener Güte. Wer bei einem Haus ohne Automatenspiel-Erlaubnis einsteigt, findet dort einfach keine Slots; wer bei einem mit Erlaubnis einsteigt, findet sie, und zwar auf einer eigenen Domain, die eine eigene Aufsicht hat. Für den einen ist das ein Nachteil, für den anderen ein Vorteil, und keines von beiden lässt sich an der Quote ablesen.
Interessanter noch ist die andere Auffälligkeit: die Häufung der Erlaubnisdaten im Herbst 2020. Wer die Spalte von oben nach unten liest, sieht 09.10.2020 dreimal und den 02.11.2020, den 19.11.2020, den 09.10.2020. Das ist kein Zufall und keine Ranking-Information. Es ist das Gerichtsverfahren, das die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse bis Oktober 2020 blockiert hat, plus eine Behörde, die nach dem Startschuss eine Reihe von Verfahren gleichzeitig abschloss. Die späten Daten haben eine andere Geschichte: LeoVegas wurde für Sportwetten erst am 21.10.2024 verzeichnet, Bet3000 am 22.04.2026. Die eine Erlaubnis ist noch nicht alt.
Die Bandbreite in der Tabelle macht die Auswahl hier auch nicht zu einer Rangfolge. Ein spätes Datum bedeutet nicht, dass ein Haus schlechter ist — es kann genauso gut heißen, dass es später in den geregelten Markt gegangen ist. Ein frühes Datum bedeutet keine Vorzugstellung. Die Tabelle sortiert, wer wann was darf.
Die Steuer, die im Preis steckt
Bevor es um einzelne Häuser geht, gehört die Zahl auf den Tisch, die in jedem deutschen Sportwettenangebot steckt und in keinem Willkommensbonus steht. Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 Rennwett- und Lotteriegesetz beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der gezahlt wird, abzüglich der Steuer selbst“, so die §§ 17, 18. Auf den Betrag, den ein Spieler einzahlt, gerechnet sind das ungefähr 5,03 % (5,3 geteilt durch 105,3). Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern der Unterschied zwischen einem Satz, den es auf der Welt gibt, und einem, den es nicht gibt. Eine Steuer von 5,3 % des Einsatzes gibt es nicht; wer sie schreibt, hat die 5,03 % um einen halben Prozentpunkt verschleiert.
Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. § 19 stellt das klar. Ob und wie sie weitergegeben wird, entscheidet jeder Anbieter selbst — steht etwas anderes in den Bedingungen eines Hauses, ist das eine Angabe dieses Hauses. Ist es typisch? Bei einem Sportwettenmarkt mit hohem Steuersatz und einer Auszahlungsquote, die im Jahr 2024 im Durchschnitt bei 76 % lag, muss die Marge irgendwo herkommen. Der durchschnittliche Quotenschlüssel des Marktes sagt nichts über den Preis des einzelnen Spiels.
Was ein Wettschein unter deutscher Erlaubnis wirklich kostet — eine Rechnung
Jetzt wird es konkret, und die Rechnung ist unangenehmer als die Werbung. Sie ist eine illustrative Modellrechnung — die Quoten sind ein Beispiel, kein Angebot. Angenommen, jemand setzt 1.000 €, also genau den Standardrahmen des § 6c Abs. 1, ein einziges Mal auf einen Zweiwettenmarkt mit Quoten von 1,90 und 1,90. Dieser Markt hat einen Quotenschlüssel von 95,24 %. Anders gesagt: Die Marge des Buchmachers beträgt rund 4,76 % auf diesen Markt. Ein Umsatz von 1.000 € bedeutet unter dieser Annahme einen durchschnittlichen Erwartungswert von minus etwa 47,60 €. Als Band gedacht — die Marge eines realen Anbieters liegt typischerweise zwischen etwa 4 und 8 % auf einem Zweiwettenmarkt — liegt das Ergebnis zwischen ungefähr 40 € und 80 € Kosten für 1.000 € Einsatz, wenn man den Standardrahmen einmal komplett verbraucht. Als Durchschnitt über viele Wetten. Nicht als Vorhersage für irgendeinen Samstag.
Nur zur Einordnung, woraus diese Marge gebaut ist. Der Gesamtmarkt der Sportwetten mit GGL-Erlaubnis erzielte 2024 Bruttospielerträge von 1.963 Mio. Euro, ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr, bei Wetteinsätzen von 8,2 Mrd. Euro, gegenüber 7,9 Mrd. Euro im Vorjahr. Das ist ein reales Wachstum und kein Werbetext. Dieselbe Zahl zeigt aber auch, dass die Einsatzmenge schneller gewachsen ist als… nein: Die Einsätze haben um rund 3,8 % zugelegt, die Erträge um 12 %. Die Auszahlungsquote des Marktes ist von 78 % im Jahr 2023 auf 76 % im Jahr 2024 gefallen. Auf Deutsch: Der Markt hat den Spielern etwas weniger zurückgegeben als im Jahr zuvor. Der deutsche Markt ist der einzige größere Sportwettenmarkt Europas mit einem Steuersatz dieser Größenordnung, und die 5,3 %-Steuer ist in der Praxis… Die Steuer wird vom Veranstalter geschuldet, und der Veranstalter entscheidet über die Weitergabe. Man kann das eine nicht aus dem anderen ableiten, und niemand sollte hier mit einer Prozentrechnung anfangen, die niemand veröffentlicht hat. Der Rückgang des Quotenschlüssels zwischen 2023 und 2024 ist ein beobachtbarer Marktbefund, und er ist der erste, den ein Spieler in seinem Wettschein spürt.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Jetzt werden die Häuser einzeln betrachtet — mit dem, was ihren Eintrag in der Liste von den anderen unterscheidet.
Bet3000 — die jüngste Erlaubnis im Feld
Bet3000 steht für die Domain Bet3000 in der Whitelist, eingetragen ist die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta. Die Erlaubnis für diese Seite ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet — der jüngste Eintrag in der Tabelle im Abschnitt Panorama. Ein früherer Eintrag nicht: Die Domain steht in der aktuellen Fassung und ist damit prüfbar erlaubt.
Ein Erlaubnisdatum von 2026 bedeutet, dass dieses Haus erst vor wenigen Monaten in den regulierten Markt eingetreten ist. Für den Spieler ist die Folge simpel: Es gibt noch keine lange deutsche Betriebsgeschichte, keine über Jahre gewachsene Basis in diesem Rechtsrahmen. Das kann ein Vorteil sein — neue Häuser müssen um Kunden werben — muss es aber nicht. Die Frage, die dieser Eintrag aufwirft, ist keine Qualitätsfrage, sondern eine Vertragsfrage: Wer neu startet, hat Vertragsbedingungen, die noch wenig mit der Praxis zusammengetroffen sind.
Wer eine lange Kette von erledigten Auszahlungen und bekannten Bearbeitungszeiten schätzt, findet diese Gewissheit hier noch nicht. Wer dagegen einen Anbieter sucht, der nachweislich in der Liste steht und dessen Eintrag keine Altlasten trägt, ist hier richtig.
Winamax — eine der ältesten deutschen Erlaubnisse
Der Eintrag für Winamax ist etwas ungewöhnlich, weil er die Behörde ganz offenlegt. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der WINAMAX SA am 29.06.2021 die Erlaubnis für Online-Sportwetten und verlängerte sie mit Bescheid vom 08.12.2022. Beaufsichtigt wird das Unternehmen von der GGL. Der Weg über Darmstadt erklärt sich aus der Zeit vor der Zentralisierung: Der Regierungspräsident war vor der Zentralisierung die zuständige Behörde. Die Erlaubnis stammt damit aus dem Jahr, in dem der Staatsvertrag in Kraft trat, und ist die älteste im Feld.
Für den Spieler bedeutet das eine reife deutsche Basis. Der Eintrag beschreibt eine über Jahre geführte Aufsichtsbeziehung. Das ist ein konkreter Vorteil in einem Punkt, der im Vergleich selten beachtet wird: Wer bereits vor dem Inkrafttreten des heutigen Rahmens unter Aufsicht stand, hat seine Prozesse in der Auseinandersetzung mit der Behörde gebildet und nicht in einem Jahr ohne Rückmeldung.
Was das Haus nicht automatisch bekommt, ist eine Zusatz-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele in diesem Eintrag. Ob hier auf derselben Seite Automaten laufen, lässt sich in der Liste nicht ablesen — man sieht den Eintrag der Sportdomain, und der führt keine.
Tipico — die älteste Sportwetten-Erlaubnis mit offenem Gerichtsverfahren
Tipico gehört zu den Häusern, deren Erlaubnisdauer die längste ist: Der Eintrag in der Whitelist zeigt den 09.10.2020 als Erstdatum und den 09.12.2022 als Folgeerlaubnis. Kein anderes Haus in dieser Auswahl hat eine längere Sportwetten-Erlaubnis. Der Inhaber ist die Tipico Co. Limited.
Der Name steht auch in einem Verfahren, das für die deutsche Rechtslage nicht zu unterschätzen ist. Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) hielt Generalanwalt Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Das ist keine Sache, die sich gegen Tipico richtet. Es ist eine Sache, die den Markt betrifft, in dem ein Haus mit langer Erlaubnis und langer Vorgeschichte einen besonders sichtbaren Namen trägt. Ein Rückzahlungsanspruch für Verluste aus den Jahren vor der Regulierung ist damit weder zugesichert noch ausgeschlossen. Wer heute bei Tipico setzt, setzt auf einer Erlaubnis, die seit 2020 läuft, und das ist der einzige Sachverhalt, der für den Spieler zählt.
Sportingbet — die Doppelerlaubnis unterschiedlicher Daten
Sportingbet (Deutschland) Ltd nennt im Impressum zwei Erlaubnisse: die behördliche Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten vom 21.12.2022 und die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15.11.2022. Aufsichtsbehörde ist in beiden Fällen die GGL. Das ist der im Vergleich ungewöhnlichste Datensatz: die Automatenspiel-Erlaubnis ist hier älter als die Sportwetten-Erlaubnis, und die Sportwetten-Erlaubnis ist die zweitjüngste im ganzen Feld nach Bet3000.
Was ist aus dieser Kombination abzulesen? Mindestens, dass die beiden Erlaubnisse wirklich getrennt sind. Wer Sportwetten anbietet, braucht die eine; wer Automaten anbietet, die andere; und der Zeitpunkt, zu dem ein Haus die eine bekommt, sagt nichts über den der anderen. Bei Sportingbet liegen sechs Wochen zwischen den Bescheiden, und die Sportwetten-Erlaubnis kam später, obwohl das Haus in Deutschland hauptsächlich als Fußball-Sportwettenanbieter bekannt ist.
Für einen Spieler ist das eine nützliche Information über die Wahrnehmung von Marken. Der Ruf eines Hauses entsteht aus seinem Sportwettenangebot, während seine Erlaubnisstruktur aus einer Zeit stammt, in der der Automatenteil zuerst genehmigt war.
Sportwetten — der Name als Domain, die Erlaubnis von 2020
Sportwetten ist der Fall, in dem der Markenname buchstäblich die Domain ist. In der Whitelist ist für diese Seite die NetX Betting Limited aus Birkirkara auf Malta eingetragen. Die Erlaubnis ist mit dem 19.11.2020 verzeichnet und damit aus der zweiten Welle nach dem Startschuss im Oktober; die Folgeerlaubnis datiert auf den 16.12.2022.
Ein Haus namens „Sportwetten“ ist eine eigenartige Sache. Der Name ist eine Suchanfrage, und er sagt nichts über das Angebot — ein Effekt, den man nur bemerkt, wenn man sich fragt, wofür man sich angemeldet hat. Die Erlaubnis für dieses Haus liegt seit 2020 vor, die Nummer ist damit alt genug, um ein deutsches Verfahren erlebt zu haben.
Das Bemerkenswerte an diesem Eintrag ist allerdings, was fehlt: Er nennt keine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele. Bei einem Haus, dessen Marke nach einem Vergleichsportal klingt, ist das eine klare Linie. Wer hier einsteigt, kommt wegen der Sportwetten.
LeoVegas — Sportwetten erst seit 2024
LeoVegas ist ein Fall, bei dem das Erlaubnisdatum selbst die eigentliche Information ist. Die Whitelist führt für LeoVegas die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Die Sportwetten-Erlaubnis ist also die zweitjüngste in dieser Auswahl nach Bet3000 und um fast vier Jahre jünger als die der anderen großen Namen im Feld.
Das ist für einen deutschen Spieler eine ungewohnte Reihenfolge. Ein Haus, das in anderen Märkten als Sportwettenmarke bekannt ist, war in Deutschland zuerst ein Automatenspielanbieter und erst danach ein Sportwettenanbieter. Wer die Marke aus anderen Zusammenhängen kennt, findet hier eine vergleichsweise kurze Sportwettenhistorie unter deutscher Aufsicht.
Die praktische Folge ist eine Vertragsfrage und keine Qualitätsfrage. Wer zehn Jahre deutsche Sportwettenpraxis bei einem Anbieter sucht, findet sie hier nicht.
AdmiralBet — zwei Folgeerlaubnisse und ein eigenes Automatenspiel-Portal
AdmiralBet zeigt den dichtesten Erlaubnisverlauf im ganzen Feld. Die Whitelist führt für AdmiralBet die Greentube Betting Malta Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022.
Zwei Punkte sind hier bemerkenswert. Erstens die dritte Erlaubnisstufe von 2024 — kein anderes Haus in der Tabelle hat drei Daten im Sportwettenbereich. Zweitens die getrennte Domain für die Automatenspiele, mit einem Erlaubnisdatum aus einer völlig anderen Zeitrechnung: Automaten gut zwei Jahre vor der zweiten Sportwetten-Folgeerlaubnis.
Diese Trennung ist eine funktionale, keine kosmetische. Zwei Domains, zwei Erlaubnisse, zwei Regelsätze, und die Sportwetten-Erlaubnis deckt nicht ab, was auf der anderen Domain läuft. Wer auf der einen Domain eine Wette platziert und die Quoten auf der anderen vergleicht, ist in zwei verschiedenen Rechtsverhältnissen unterwegs.
bet-at-home — die Erlaubnis mit dem ältesten Erstantrag
Bet-at-home ist ein weiterer Eintrag aus dem Herbst 2020: Für bet-at-home führt die Whitelist die Bet-at-home Internet Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 sowie einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022.
Interessant ist das Paar der Daten aus dem Jahr 2022: Folgeerlaubnis am 22. Dezember, Automatenspiel-Erlaubnis am 28. Dezember, sechs Tage auseinander. Das ist der Widerhall einer Sammelwelle von Bescheiden, die im Dezember 2022 durch die Behörde ging. Ein Haus, das in diesem Monat zwei Bescheide bekam, lässt sich nicht danach sortieren, wann es „seriös“ wurde.
Für den deutschen Spieler bleibt die belastbare Angabe: Seit 2020 ist hier eine Sportwetten-Erlaubnis unter deutscher Aufsicht verzeichnet. Das ist ein Reifezeichen, und in einem Vergleich, der nach Zahlen sortiert, das einzige, das zählt.
Betano — ein österreichischer Inhaber mit deutscher Erlaubnis
Betano ist ein Fall, bei dem der eingetragene Inhaber und die Marke auseinandergehen. Die Betkick Sportwettenservice, ein österreichisches Unternehmen im Besitz von Stoiximan, erhielt im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis und bietet über die Domain Betano Wetten an. In der aktuellen Whitelist ist für Betano die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan auf Malta eingetragen; die Erlaubnis ist dort mit dem 19.02.2021 verzeichnet, dazu eine Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.
Zwei Gesellschaften, zwei Sitze, eine Marke — die österreichische Betkick Sportwettenservice, die 2021 die Erlaubnis erhielt, und die maltesische Betkick Sportsbetting Limited, die heute für die Domain eingetragen ist. Das ist kein Widerspruch, sondern normale Konzernstruktur. Es ist aber auch der Grund, warum ein Blick auf das Impressum mehr über einen Anbieter sagt als ein Blick auf die Quotentafel.
Was fehlt, ist auch hier eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele in dem Eintrag für die Sportdomain.
NEO-bet — eine Sportwetten-Erlaubnis aus der ersten Vergaberunde
NEO-bet hat im Feld den unauffälligsten und gleichzeitig klassischsten Eintrag. Die Whitelist führt für NEO-bet die Greenvest Betting Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Damit gehört das Haus zu den Häusern, die gleich in der ersten länderübergreifenden Vergaberunde im Oktober 2020 dabei waren.
Für ein Haus, dessen Name nach einem Neustart klingt, ist das eine bemerkenswert lange Erlaubnislinie. Der Markenname führt in die Irre. Auch hier findet sich für die Sportdomain keine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele.
Die Rolle dieses Eintrags in der Tabelle ist die eines Maßstabs. Wer wissen will, wie ein unauffälliger, seit 2020 durchgehend erlaubter Sportwetteneintrag aussieht, kann diese Zeile lesen und mit jedem anderen Eintrag vergleichen.
Woran ein Vergleich tatsächlich scheitert
Eine Liste, die nur die Erlaubnis prüft, ist einfach. Die eigentlichen Fehler passieren beim zweiten Glied: bei der Frage, welchen Anbieter man *für sich* wählt. Ein Vergleich, der die Lizenz prüft und dann aufhört, liefert ein Ergebnis, das für jeden Leser derselbe ist — und niemand wettet als „jeder Leser“.
Der erste Fehler ist die Suche nach einer Empfehlung in der Reihenfolge. Die Zehnergruppe hier ist eine Auswahl von Häusern mit derselben grundsätzlichen Berechtigung. Sie sind also in der Lizenzfrage austauschbar; die Unterschiede entstehen erst im Abschnitt Panorama — bei den Erlaubnisdaten, bei den Zusatzgeschäften, bei der Frage, ob ein Haus überhaupt ein deutsches Automatenspielangebot hat.
Der zweite Fehler ist der Glaube an die Domainendung. Eine .de-Adresse ist kein Nachweis. Sie ist eine Domain, nicht mehr. Prüfbar ist nur der Eintrag in der Liste, und dort steht der Inhaber, nicht die Marke.
Der dritte Fehler ist der feine, aber folgenreiche. Eine Seite ohne Erlaubnis in Deutschland ist nicht einfach „eine andere Option“. Sie ist ein anderer Rechtsrahmen, in dem das deutsche Recht aus gleich zwei Richtungen anschlägt: Wer ein Glücksspiel ohne Erlaubnis veranstaltet oder bewirbt, macht sich nach § 284 StGB strafbar — Veranstalten bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, Werbung bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an einem solchen Glücksspiel ist nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe belegt. Ermittlungen gegen einzelne Spieler sind nicht belegt; daraus folgt aber weder ein Freibrief noch ein Grund, das zu dramatisieren. Und die zivilrechtliche Seite ist offen: Zivilgerichte haben mehrfach Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt beim Europäischen Gerichtshof. Zugesichert ist niemandem etwas.
Wer auf einer Offshore-Seite setzt, tauscht ein Paket gegen ein anderes. Auf der einen Seite: kein deutsches OASIS, keine LUGAS-Limitdatei, kein deutscher Rechtsweg, aber möglicherweise höhere Limits und mehr Live-Märkte. Auf der anderen: Rechtssicherheit, Schutzmechanismen und ein deutsches Einzahlungslimit — der Preis des Bettes. Wer sagt, Offshore-Seiten seien „verboten“, hat recht und beschreibt doch zu wenig. Sie sind nicht nichts; sie sind ein anderer Ort mit anderen Regeln.
Auf der lizenzierten Seite gibt es Handlungsbedarf im Detail. Wer sein Einzahlungslimit erhöhen will, braucht einen Nachweis. Wer das Guthaben eines Kontos sofort will, muss es nach den Bedingungen des Anbieters schließen. Wer eine Sportart mit dünnem deutschem Angebot sucht, sollte den Sport-Wett-Programm-Teil der Bedingungen lesen und sich nicht auf eine Startseitenkategorie verlassen.
Und die Kanalisierungsquote von 77 %, die eine Sache, die man wirklich nicht umgehen kann. Je mehr Menschen ein lizenziertes Angebot nutzen, desto größer der Druck auf die Anbieter. Der Markt, in dem die 23 % außerhalb liegen, ist der Markt, aus dem Spielerschutz nicht greift — und diese Aufsicht ist so gut wie die Zahl der Personen, die darauf vertrauen.
Häufige Fragen zu Wettanbietern mit deutscher Lizenz
Wie prüfe ich, ob ein Wettanbieter auf der Whitelist steht?
Über die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, und dort über den Eintrag selbst. Die Liste führt zum Sportangebot den Inhaber mit Firmensitz, die Domain und das Erteilungsdatum. Achten sollte man darauf, dass die Domain im Sportwetten-Eintrag steht und nicht nur ein Inhaber in einer anderen Kategorie. Eine .de-Adresse allein belegt nichts.
Was bedeutet die Erlaubnis für das Einzahlungslimit und OASIS?
Ein lizenzierter Anbieter hängt an der LUGAS-Limitdatei. Dort greift der Standardrahmen von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg. Eine Selbstsperre in OASIS wird bei Registrierung und Login geprüft und dauert mindestens drei Monate mit Frist, sonst mindestens ein Jahr. Bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis existiert keines von beidem.
Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?
Weil sie nicht die Erlaubnis ist, die § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV verlangt. Wer hier Sportwetten ohne diese Erlaubnis anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder von der Malta Gaming Authority hat für den deutschen Markt keine Bedeutung. Auch abgeführte deutsche Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.
Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer trägt sie?
Der Satz beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ nach §§ 17, 18 Rennwett- und Lotteriegesetz. Auf den eingezahlten Betrag gerechnet sind es rund 5,03 %. Schuldner ist nach § 19 der Veranstalter der Wette, nicht der Wettende. Ob der Anbieter den Betrag weitergibt, regelt jedes Haus in seinen eigenen Bedingungen.
Deckt die Erlaubnis auch Slots, Poker und Casinospiele?
Nein. Die Sportwetten-Erlaubnis gilt für feste Quoten auf Ereignisse nach § 21 Abs. 1 GlüStV, und nur für die zugelassenen Wettarten. Slots, Online-Poker und virtuelle Automatenspiele sind eigene Erlaubnisse mit eigenen Regeln, oft auf einer anderen Domain desselben Hauses. Wer beides nutzt, ist in zwei Rechtsverhältnissen unterwegs.
Nach welchen Kriterien sollte man Anbieter vergleichen?
Vor allem nach der eigenen Nutzung. Sinnvoll ist eine Reihenfolge: zuerst der Eintrag in der Whitelist für die Domain, dann der Umfang des Erlaubnisses — ob auch Automatenspiele erlaubt sind —, dann die Zahlungswege vom eigenen Konto, dann der Quotenschlüssel des konkreten Marktes, dann die Umsatzbedingungen eines Werbeangebots. Auszahlungsquoten und Bedingungen ändern sich; der Lizenzeintrag ist der Teil, der steht.
Wer am Ende nicht weiß, welches Haus für ihn das richtige ist, hat oft zwei in Frage kommende Kandidaten verglichen statt zehn. Das ist kein schlechtes Ergebnis. Der Wettmarkt belohnt die Entscheidung nicht mit einer Prämie für Vollständigkeit.
Lizenz – American Football Wetten
Inhalt erstellt vom Team «American Football Wetten»
